Über die Autorität von Telefonen

Nachdem sich inzwischen einige Leute nach meinem Praktikum bei der ZEIT erkundigt haben, und mit «einige» meine ich ungefähr fünf, meine Mutter miteingeschlossen, hielt ich es für an der Zeit (*no pun intended*), mich dem Internet zu öffnen. Was mir nach jedem Praktikum, so auch diesmal, am meisten bleibt, ist das Telefonieren. Ich hasse es. Ich

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Über Alltagsgeheimnisse

Mittlerweile bin ich angekommen. Mittlerweile steige ich morgens in die richtige U-Bahn und biege auf dem Weg zur Arbeit am richtigen Ort rechts ab, weiss, welcher Fahrstuhl in den fünften Stock fährt und dass das Damen-Klo ganz am Ende des Flurs ist. Ich habe den Aldi 300 Meter von meiner Wohnung entdeckt und mich dann

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Über die schönste Stadt Deutschlands

Vor fünfundvierzig Stunden bin ich für ein Praktikum bei der ZEIT nach Hamburg gezogen; und so gerne ich mich diesen Satz sagen höre, so ernüchtert bin ich auch angesichts der Tatsache, dass jeder Traum mit einem Berg von Bürokratie einhergeht. Ein Bankkonto anzulegen etwa, stellte ich mir unkompliziert vor: «Hallo, ich möchte Ihre Kundin sein!»

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Über meinen Emanzenverein

Seit drei Jahren bin ich in einem kleinen Buchclub, der alle paar Monate zusammenkommt. Wir sind wirklich klein, meist zu viert, in letzter Zeit auch nur zu dritt, alle Studentinnen. Wir kennen uns über die Webseite Goodreads, auf der Emma Watson damals ihren Buchclub, Our Shared Shelf, gründete. Mit ihrer Rede über die Wichtigkeit des

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Über das Geschenk der Schönheit

«Kleines Prinzesschen: Meine Gabe sei das Geschenk der Schönheit!» Rückblickend erscheint mir die Anfangsszene von Disney’s Dornröschen, in der die Feen die neugeborene Prinzessin Aurora mit drei guten Wünschen segnen, etwas antiklimatisch: Ich komme schlicht nicht umhin zu denken, dass Feen bessere Zauber auf Lager haben als blonde Haare und rote Lippen. Die zweite Fee

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Über den Sinn eines Ostermarschs

Es gibt ein Bild von Fritz Hartnagel, dem Freund der Widerstandskämpferin Sophie Scholl, auf dem er in alten Jahren von zwei Polizisten während eines Friedensmarschs davongetragen wird. Er wirkt ganz glücklich darüber, dass er sie verärgert hat. Ich dachte an ihn, als ich heute am Ostermarsch in Bern mitmarschierte. So anders ist meine Zeit schliesslich

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Über Freude und Träume, die wahr werden

«Glee» ist eines meiner Lieblingswörter der englischen Sprache.  Es ist kurz und kitzelt, und als ich mit fünfzehn Englisch lernte, dachte ich, «Glühwein» würde mit «Glee Wine» übersetzt. Freudenwein. Als mir im Austauschjahr in Neuseeland angeboten wurde, dem «Glee Club» beizutreten, fand ich dies mehr als verlockend: Einen Entzücken-Verein gibt es doch nicht an jeder

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Was ist mit Weihnachten? (in Honduras)

Die Weihnachtszeit hat endlich begonnen; die Weihnachtsmärkte sind offiziell eröffnet und Lorelai Gilmore riecht den ersten Schnee in der Luft – all is merry and bright. Und dennoch: Als ich beim Frühstück auf mein Handy blickte, überfluteten mich Nachrichten aus Honduras. «Ich habe Angst. Chaos.» «Nicht einmal ruhig schlafen konnten wir.» «Ich habe für mich

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Eistänzer (Don’t Stop Me Now)

Ich lobe mir den Sommer in Bern: die langen Tage, die musicalreifen Szenen, wenn die Menschen mit Musikboxen auf den Schultern und im Badeanzug einkaufen gehen, das skurrile Versprechen, das wir dem blauen Himmel abnehmen, dass wir heute den Gesetzen der Schwerkraft trotzen können. Ich lobe mir DON’T STOP ME NOW in der Endlosschleife, weil

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Harry Potter und wir verwunschenen Kinder

Die Menschen in der Schlange vor dem Palace Theatre in London waren alle zwischen zwanzig und dreissig Jahre alt. Wenn ich mir Gesichter besser merken könnte, hätte ich vielleicht sogar jemanden von dem Mitternachtsverkauf von 2008 wiedererkannt. Ich wusste, ohne fragen zu müssen, dass diese Menschen hier vor zehn, fünfzehn, zwanzig Jahren auf einen Brief

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Was ich noch zu sagen hätte

Es ist natürlich kein Phänomen des 21. Jahrhunderts, dass, was wir zu sagen hätten, wir nur ungern gerade heraus tun. Was wir wirklich zu sagen hätten, bleibt meistens ein trauriger Konjunktiv. Und so weiss niemand, dass ich bei The Raven King weinen musste, als Ronan Adam küsste, und so weiss niemand, dass ich manchmal spät abends

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Mein Weihnachten

Weihnachten fängt schon im Oktober an. Dann erscheinen die ersten Auflagen von neuen Weihnachtsromanen, Schokoweihnachtsmänner stehen in den Supermarktregalen und mein Arbeitsplan für den Pakettisch landet im Posteingang meines Email-Kontos. Das ist mein Weihnachten. Die Vorfreude, die viel zu früh, viel zu kommerziell, viel zu kitschig wie ein Monsun über jede Stadt fällt. Es ist

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