Poppen gegen Ecopop!

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Die Schweiz ist das Land, in dem Milch und Honig fliesst. Wir hatten schon lange keinen Krieg mehr, als die ganze Welt sich bombardiert hat, war die Schweiz eine Insel des Friedens inmitten einer stürmischen See. Wir sind freie Bürger mit alten Traditionen und wir sind so fortgeschritten mit unserer Demokratie, dass wir mehrere Male im Jahr abstimmen dürfen über Dinge wie neue Strassenbahn-Linien oder die Erhöhung der Mehrwertsteuer. Und eigentlich sind wir ja auch keine Rassisten, aber…!
Aber eben doch! Anders lässt sich die neue Ecopop-Initiative, über die am Sonntag abgestimmt wird, nicht beschreiben. Dass die Schweiz alles andere als korpulent gegenüber Ausländern ist, wissen wir ja nicht erst seit der Annahme der Masseneinwanderung-Initiative, die zu Beginn dieses Jahres lanciert wurde. Schon bei den Minaretten bekamen wir es mit der Angst zu tun, plötzlich lauter Osamas beim Einkaufen zu begegnen. Aber mit Ecopop wird dem Sahnehäubchen noch die kleine, knallrote Kirsche aufgesetzt. Ziel der Initiative ist es, die Wohnbevölkerung der Schweiz jährlich nicht mehr als 0.2% wachsen zu lassen – es dürften sich also nicht mehr als 16‘000 Menschen pro Jahr innerhalb unserer Landesgrenzen niederlassen. Diese Zahl soll auch zurückkehrende Asylschweizer, angeheiratete Ausländer und Asylsuchende beinhalten.

Ausserdem sollen 10% des Gesamtbudgets für Massnahmen der freiwilligen Familienplanung eingesetzt werden, um die Geburtenrate weltweit zu senken. Das bedeutet, dass die Schweiz jedes Jahr 200 Millionen Franken für das Verteilen von Verhütungsmitteln und Aufklärungskurse bereitstellen muss.

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Die Ecopop-Initiative rühmt sich damit, sowohl unserer Ressourcen und damit auch die Umwelt zu schonen und zugleich auch für einen Rückgang der Geburtenrate im Ausland zu sorgen. Umweltschutz klingt immer sehr attraktiv – warum also nicht unsere schweizer Werte wahren und dazu noch etwas Gutes für Mutter Erde tun! Woran aber keiner denkt, ist die Tatsache, dass wir auf einer Erde wohnen, die wir uns teilen; ob die Umweltverschmutzung hier stattfindet oder Deutschland oder in Panama oder in Südostasien – das ist egal! Eher würden wir mit einer Annahme der Initiative noch zu einer grösseren Umweltbelastung beitragen. Viele Unternehmen würden auf der Suche nach Arbeitskräften auf Grenzgänger ausweichen, die wiederum längere Arbeitswege hätten, was zu mehr Verkehr führen würde, wodurch es mehr Abgase gäbe, womit wir wieder am Anfang wären.

Und natürlich klingt es genau so nett, armen Leuten Kondome zu verteilen, um die ganzen Schwangerschaften zu verhindern. Das immerhin wäre doch gut investiertes Geld, oder? Öh, nein! Selbst in Schwellen- und Entwicklungsländern haben die Leute Zugang zu Kondomen. Das Problem ist vielfach die rückständige Kultur, die Verhütung verbietet und die mangelnde Schulbildung, die die Gesellschaft nicht aufklärt. Hinzu kommen Armut und die Kinder als einzige Altersvorsorge. Die Millionen, die für Kondome ausgegeben werden, fehlen bei nachhaltigen Projekten wie Schulen, Trinkwasserversorgung und Krankenhäusern!

Auch wirtschaftlich gesehen macht Ecopop überhaupt keinen Sinn. Sozialwerke wie die AHV könnten sich ohne die hohe Zuwanderung schon längst nicht mehr erhalten. Nicht zu vergessen die Tatsache, dass es derzeit rund fünfzigtausend Mal mehr Rentner gibt als Zehnjährige. Unternehmen wie Schulen und Krankenhäuser, die schon heute Probleme haben, genügend Personal zu finden, werden unter Ecopop umso mehr leiden.

Ecopop ist unmenschlich und ethisch nicht vertretbar. Wir leben im 21. Jahrhundert in einem der weltweit sichersten und fortgeschrittensten Ländern – und wir glauben, dass der Regenwald nicht abgeholzt wird, wenn wir unsere Grenzen schliessen. „Das Boot ist voll“, hat schon einmal jemand gesagt und damit das Todesurteil für Tausende von Menschen gesprochen. Mit einem Ja zu Ecopop sagen wir Ja zur Ausgrenzung tausender Flüchtlinge, die sich ein Leben in Sicherheit und Frieden wünschen – ein Leben, das wir gut kennen und das wir eifersüchtig mit Mauern umgeben. Das Geschwätz von nationalen Werten hat keine Bedeutung für eine Mutter, die nur ihre Kinder ernähren will und sich in der Nacht nicht fürchten muss, dass eine Bombe sie in ihrem Schlaf tötet. Wenn es einen nationalen Wert gibt, dann ist es der, die Grenzen zu öffnen für alle, die Hilfe brauchen. Wenn wir denken, dass unser Wilhelm Tell auf einmal schwarz wird, weil er von so vielen Negern angetastet wird, dann würde er das vielleicht wirklich. Und vielleicht würde uns dann auffallen, dass in unserer Schweizer-Nationalmannschaft, die wir so liebevoll „Nati“ nennen, zum grösseren Teil aus Ausländern besteht. Und vielleicht würde uns auch auffallen, dass auch die weissen Teenager schlechte Musik hören, Scheiben einschlagen und vor der Reithalle in Bern Marihuana rauchen.

Die linke Opposition jedenfalls ist auch um drei Uhr morgens noch aktiv im Widerstand. Und probiert es mit den zu dieser Urteil passenden Mitteln. So gab es Freitag Nacht Kondome mit der Aufschrift: „POPPEN GEGEN ECOPOP!“ Eine andere Möglichkeit, das Durchkommen der Initiative zu verhindern, ist die Stimmabgabe bis zum 30. November (diesen Sonntag!). Das darf bei all dem Poppen, das diese Werbekampagne vermutlich verursacht hat, nicht vergessen werden!!

Mehr Infos zur Initiative findet ihr hier!

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