Ein Gespräch mit FRANK NEEDS HELP!

Es ist wohl das umstrittenste, verhassteste und beliebteste Musik-Genre überhaupt: Der Metal. Man stellt sich ja auch gleich vermummte Gestalten vor, die Opferstätten in ihren Schlafzimmern aufgebaut haben und des Nachts süße Hängebauchschweinchen zerstückeln, um ihre Rachegötter zufrieden zu stellen. Dabei sind das alles nichts als Gerüchte – wie ich nun weiß, eignen sich Nacktmulche tausendmal besser, die sind nämlich weder niedlich noch grunzen die!

Na ja, so nach Opferstätte sah es im Bandraum von Frank Needs Help kürzlich eher nicht aus. Die sechs Bandmitglieder waren auch nicht vermummt oder am Gläserrücken. Eigentlich sahen sie überhaupt nicht aus wie Satanisten, wenn man einmal von den langen Haaren absah. Aber der Freund von meiner Mama hat ja schließlich auch lange Haare und der ist Lateinlehrer. Nicht, dass Lateinlehrer nicht auch Satanisten sein können! Ich sag ja nur…

Frank Needs Help ist eine junge Metalcore/Deathcore Band aus Bern, die sich aus fünfeinhalb Studenten/Headbangern zusammensetzt: Hadi spielt Gitarre, Leonie sitzt hinter dem Keyboard und ist schuld an dem tollen Design, das nun auf Stickern und T-Shirts zu finden ist, Räphu ist passionierter Schlagzeuger, schreibt Songtexte und singt (da soll noch einer sagen, Männer wären nicht multitaskingfähig!), Löi spielt Bass und Finanzminister, Küse probiert zu singen, seit er nicht mehr Gitarre spielt und Raphael, der Aushilfskeyboarder, das halbe Mitglied, macht „nid viu“, wie man so schön auf Berndeutsch sagt. Ich war natürlich schon ein klein wenig enttäuscht, dass da kein Frank dabei ist, aber der Bandname entstammt einem Horrorfilm – und dieser Frank dürfte dann schon längst einem rachesüchtigen Gott geopfert worden sein!

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Zusammengetan haben sich Frank Needs Help nach dem Auftritt einer Metal-Band, die so fürchterlich war, dass sie einstimmig gesagt haben: „Wir können das besser!“ Und sie können es besser! „Anfangs war es nur als Witz gemeint“, erklärt Küse. „Aber ich nehme an, wir waren alle verrückt genug, um einfach weiter zu machen und zu sehen, wo wir hinkommen!“ Wären sie aber nur darauf aus gewesen, berühmt zu werden, so Hadi, hätten sie sich für einen anderen Stil entscheiden müssen. „Es ist ein schwieriges Genre“, meint er. Viele Leute haben immer noch die Vorstellung, dass alle Metal-Anhänger automatisch auch Satanisten sind (die Hängebauchschweinchen schlachten!). „Dabei ist es ein Musik-Genre und gar nichts weiter. Das ist wie wenn man sagen würde, dass die deutsche Sprache schlecht ist, nur weil die Nazis sie gesprochen haben. Es macht einfach keinen Sinn.“ Das tut es tatsächlich nicht, wenn man sich nur einmal kurz mit dem Metal auseinandersetzt. Es gibt so viele verschiedene Arten und Formen von Metal, dass ein Satanist da wohl sehr bald eine Existenzkrise durchlaufen würde. Reggae Metal, Alternative Metal, Folk Metal, Symphonic Metal… klingt doch alles gar nicht so böse, oder? Streng genommen läuft Frank unter dem Genre Christian Metal, auch wenn es effektiv keinen Sinn macht, wie Hadi betont, ein Genre nach den Songinhalten zu definieren. „Wir sind eine christliche Band“, betont Räphu, der sich selber als sehr gläubig betrachtet. „Einfach nicht eine, die den Leuten penetrant die Bibel um die Ohren schlägt. Der Fokus unserer Texte liegt auf ethischen Werten – und im Christentum gibt es nun mal gute Werte.“ Dem können auch Leonie und Löi zustimmen, die sich selber als Agnostiker bezeichnen. Löi sagt: „Wir wollen die Botschaft der Nächstenliebe verbreiten. Unsere Texte sollen zu einer gerechteren Welt aufrufen, wir haben viele Texte in denen es einfach gegen Rassismus und Gewalt geht. Das alles hat nichts mit Glauben oder Nicht-Glauben zu tun.“ Die christliche Essenz ihrer Texte soll nicht geleugnet werden, aber letztlich sollen es nicht nur Christen sein, die sich von Frank angesprochen fühlen.

FRANK

Alles in allem sind die fünfeinhalb Metalheads sehr zufrieden mit dem Verlauf ihrer Karriere. Sie alle beginnen sofort aufgeregt zu schnattern, wenn es darum geht, was bisher das beste Erlebnis war. Die Plattentaufe oder der Auftritt am Festival Elements of Rock, das für sie immer ein großer Traum gewesen ist. Und für Löi ist klar: Das Bridge Blast Festival in Lörrach, weil „das Essen war da einfach am geilsten!“

Und es ist ja noch lange nicht vorbei mit Plattentaufen, Festivals und geilem Essen. Derzeit arbeiten die Franks an einem neuen Album und planen weitere Auftritte. Vielleicht liegt auch irgendwann ein Plattenvertrag drin, dann wären immerhin die Aufnahmekosten gedeckt.

Und ich bin immer noch keine Satanistin, lange Haare sind also echt nicht ansteckend! Metal leider auch nicht; ich fand es zwar unglaublich interessant, diesen sympathischen Haufen von Frank Needs Help zu interviewen, aber auch wenn mich ihre Texte enorm berühren, vertont sind die mir einfach ein bisschen zu laut! Trotzdem – oder gerade deswegen – will ich noch einmal betonen, was Leonie zu Beginn des Interviews gesagt hat: „Jedes Lied ist Kunst!“

AUFTRITTE:
11. April 2015 im Turm, Thun (CH)
02. Mai 2015 im Jugendkulturzentrum Aarehütte, Ittigen (CH)

Ich hoffe, euch damit ein kleines Fenster in eine andere Welt geöffnet zu haben und wünsche euch ein sonniges Wochenende!

Ciao for now!
xxx

Frank Needs Help auf FACEBOOK
oder auf
INSTAGRAM (@franktastic_)
oder auf YOUTUBE (FrankNeedsHelpTv)

Ps. Die Bilder sind alle der Facebook-Seite der Band entnommen, die Rechte liegen NICHT bei mir! :)

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