#PrayForParis … Noch mehr Religion?!

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#PrayForParis lautet der Slogan auf den Social-Media-Seiten seit Freitagabend. Die Welt ist geschockt von dem Attentat in Paris, das sich gegen hunderte von unschuldigen Menschen richtete und zeigt sich nun solidarisch: Die Profilbilder auf Facebook werden mit den Farben der französischen Flagge überzogen, es kursieren Bilder von trauernden Menschen in den Pariser Strassen, und es mag nicht die Meinung aller sein, aber immer wieder liest man den Spruch: «Das waren keine Muslime. Das waren Terroristen.»

#PrayForParis.

Was können wir auch mehr tun, als beten?

Ein Cartoonist des Satire-Magazins Charlie Hebdo schrieb vor ein paar Tagen auf Instagram:

«Friends from the whole world, thank you for #PrayForParis, but we don‘t need more religion! Our faith goes to music! Kisses! Life! Champagne and joy! #ParisIsAboutLife»

Paris ist Leben, und das Leben ist immer lebenswert. Solange es Musik, Küsse, Champagner und Freude gibt, ist der Weltuntergang noch fern! Und ich stimme dem zu, das sind Dinge, die wir vielleicht jetzt gerade dringender brauchen denn je. Aber wir brauchen keine Religion mehr? Nur weil eine rechtsextreme Terrorgruppen eine Religion missbraucht, um in ihrem Namen Menschen zu töten und zu foltern, brauchen wir keine Religion mehr? Religion macht keinen Sinn mehr, wenn man nicht mehr über sie sprechen darf, wenn sogar beten gefährlich wird. Religion will die Welt verändern, und gerade jetzt, wo so viel Schlimmes im Namen der Religion geschieht, müssen wir doch im Namen der Religion etwas Gutes bewirken! #PrayForParis will nicht die Taten der ISIS rechtfertigen, will nicht die Selbstmordattentate legitimieren oder den Rechtsextremismus in Schutz nehmen. #PrayForParis will lediglich Solidarität zeigen.

Zu sagen, wir brauchen nicht noch mehr Religion, weil eine Gruppe von Menschen Religion zu falschen Zwecken einsetzt, das ist, als würden wir sagen, wir glauben nicht mehr an das Gute, weil jemand an das Böse glaubt. Natürlich brauchen wir mehr Religion, und zwar von der friedlichen Sorte – wie sonst sollen wir dem Terror die Stirn bieten?

Wir dürfen den Menschen in unseren Gesellschaften keinen Grund mehr geben, auf ein besseres Leben in einer Terroristengruppe zu hoffen. Wir müssen beten und lachen und leben und Champagnerkorken knallen lassen und das Leben zelebrieren;

Wir müssen Blumen pflanzen, auch wenn morgen die Welt untergeht.

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