Das Flamenco-Desaster

Aus einem mir noch immer nicht ganz ersichtlichen Grund habe ich vor drei Wochen mit einem Flamenco-Kurs begonnen. Wahrscheinlich dachte ich, dass ich das Unisport-Angebot nutzen sollte, wenn es mir denn schon zur Verfügung steht. Klingt plausibel, oder?

harry

Nur ist die Sache jetzt die, dass wer mich schon einmal hat tanzen sehen weiss, dass ich das Rhythmusgefühl eines toten Wiesels habe. Ich kann weder bei Konzerten im Takt klatschen noch kann ich meine Füsse und Hüfte auf irgendeine annähernd anmutige Art und Weise koordinieren. Aber ich dachte einfach, es ist ja ein Anfänger-Kurs, ich werde ja wohl nicht die einzige sein, die nichts auf die Reihe bekommt, und das wird ja dann auch alles schön langsam und in kleinen Dosen durchgenommen. Tja, tatsächlich fühle ich mich die meiste Zeit eher wie im Proberaum für Strictly Come Dancing.

dace

Mein erstes Dilemma ist immer das Aufstellen. Wo stelle ich mich am besten hin? Wenn ich ganz vorne bin, dann fühle ich mich zu ausgestellt, ganz hinten sehe ich aber die Lehrerin nicht mehr, in der Mitte ist es aber mega eng – und eigentlich spielt es doch sowieso keine Rolle, weil wir doch vor einer Spiegelfassade stehen und wir alle einander ganz schön ausgestellt und vorgeführt sind.

Dann die Sache mit dem Zählen. Der Grundschritt beginnt auf zwei mit dem linken Fuss, bei drei kommt das Knie hoch, dann auf eins ja keinen Lärm mit dem Absatz machen, auf zwei der rechte Fuss, dann muss man sich plötzlich drehen, und ich drehe mich konstant in die entgegengesetzte Richtung von allen anderen. Wenn es dann heisst: «Rechtes Knie!», dann hebe ich natülich das linke und umgekehrt. Begrifflichkeiten sind nämlich auch überhaupt nicht meins. «Pasada», «Tacón», «Planta» – ich kann ja Spanisch, bei «Plantatacóntacón» registriert mein Gehirn bereits keinen Befehl mehr. Ich tripple also eine Stunde lang möglichst elegant auf meinen Zehenspitzen herum und lasse hier und da den Absatz meiner Schuhe knallen. Bisher hat das ganz gut funktioniert. Ich habe mir halt einfach vorgestellt, ich trage noch ein Krönchen, und dann war zumindest immer mein Gesichtsausdruck majestätisch. Und das ist ja immerhin etwas!

Aber dann hat die doch heute ernsthaft auch noch die Arme dazu genommen! Linker Fuss, linker Arm klingt harmlos, aber ich kann doch nicht tanzen und gleichzeitig dazu einen Arm so schwingen, dass der Ellbogen immer in Position bleibt. Und dann haben wir doch auf einmal den rechten Arm zum linken Bein, aber ich kann nicht mehr als eine halbe Gehirnhälfte auf einmal benutzen! Und dabei ist mir dann das Krönchen auch vergessen gegangen und ich sah gar nicht mehr majestätisch aus, sondern eher wie eine bekiffte Fledermaus im Nebel.zac_efronAlles in allem kann ich aber sagen, es läuft nicht anders als erwartet. Ich freue mich auch jede Woche darauf, hinzugehen und bedaure schon im Voraus die Person, die im Paartanz mit mir zusammen ist. Das Konzept von nicht beide in die gleiche Richtung schauen habe ich nämlich noch immer nicht begriffen. Bisher war das okay, weil ich immer mit Magalie in der Gruppe war und die weiss ja, dass es mit mir gefährlich ist – aber die Dame, mit der ich heute tanzen musste, war doch etwas irritiert, als ich beim Ruf «Rechts!« nach links stampfte und ihr beinahe meinen Ellbogen ins Gesicht rammte.

Dahin sind also meine Aussichten, in High School Musical Reunion mitzuspielen!

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